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FC Basel  4 : 5  Grasshopper Club
Schweizer Cup
FC Basel
Grasshopper Club
Telegramm:
FC Basel - Grasshopper Club
Ergebnis: 4 : 5
Stadion: Stade de Suisse
Schiedsrichter:
Zuschauer:
Tore:
70. Steinhöfer 1:0
74. Hajrovic 1:1
Gelbe Karten:
36. Voser
37. Schär
56. Dragovic
90. Elneny
Matchbericht
Verlauf
Aufstellung

Die emotionale Dernière gegen die Young Boys und die Meisterfeier im Zeitraffer

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Der FC Basel 1893 spielte am Mittwoch, 23. Mai 2012 in der letzten Super-League-Runde 2011/2012 im St. Jakob-Park gegen den BSC Young Boys und verlor gegen die Berner mit 1:2 (1:1). Den einzigen Treffer für die Basler erzielte der abtretende Xherdan Shaqiri. Die Partie gegen YB war der Abschluss einer herausragenden Saison des FCB, der schon seit Ende April als Schweizer Meister feststeht und vor einer Woche auch noch den Cupfinal gegen den FC Luzern gewann. Vor der Partie gegen YB wurden in einer emotionalen Zeremonie mehrere FCB-Spieler verabschiedet, und nach dem Spiel durfte Marco Streller endlich den Meisterpokal in die Höhe stemmen.

17.13 Uhr: Die erste Handvoll Fans trifft auf der Plattform des St. Jakob-Parks ein, frei nach dem löblichen Motto: Besser zu früh als zu spät! Es ist das erste Zeichen, dass es bald – in drei Stunden – los geht im Basler Fussballtempel.

18.15 Uhr: Noch zwei Stunden bis zum Anpfiff, die Tore des „Joggeli“ öffnen sich. Die ersten Fans gehen bereits ins Stadion, denn sie wissen: Heute lohnt es sich besonders, früh da zu sein – Basel steht ein emotionaler Fussballabend bevor.

19.15 Uhr: Yann Sommer, Massimo Colomba und Torhütertrainer Romain Crevoisier laufen als erste durch die Senftube ins Stadion, das schon zu diesem Zeitpunkt verhältnismässig gut gefüllt ist.

19.20 Uhr: Jetzt laufen auch die Basler Feldspieler ins Joggeli ein. Grosser Applaus von der Muttenzerkurve – einer ist erstmals seit langer Zeit wieder dabei beim Einlaufen: Scott Chipperfield! Für ihn und ein paar weitere Spieler geht die Zeit in der ersten Mannschaft des FCB heute zu Ende.

19.40 Uhr: Die FCB-Rookies of the Year werden gewählt – eine grosse Ehre für die derzeit erfolgreichsten Nachwuchsspieler des Schweizer Meisters.

19.55 Uhr: So, jetzt wird es emotional: Das offizielle Verabschiedungsprogramm beginnt. FCB-Präsident Bernhard Heusler ergreift das Wort, die meisten Zuschauer sind bereits auf ihren Plätzen.

19.59 Uhr: Zunächst verabschiedet Bernhard Heusler gemeinsam Romain Crevoisier, Massimo Colomba und Marcel Herzog. Colomba wird Crevoisier als Torhüter-Trainer ersetzen, Herzog wechselt als Torhüter zum Aufsteiger FC St. Gallen. Die drei laufen gemeinsam zwischen den Spalier stehenden FCB-Junioren und den Spielern der ersten Mannschaft hindurch und bekommen vom Publikum den verdienten, warmen Applaus.

20.02 Uhr: Jetzt ist Granit Xhaka an der Reihe – mit dem Song „The final Countdown“ läuft der 19-Jährige, der nach Mönchengladbach wechselt, ebenfalls durch das Spalier und nimmt sein Geschenk – ein grosses Bild von sich und einen Blumenstrauss – entgegen. Gleich nach Xhaka kommt das zweite FCB-Eigengewächs, das den FCB in Richtung Bundesliga verlässt: Xherdan Shaqiri, der zum FC Bayern München wechselt! Die Stimmung im St. Jakob-Park ist jetzt schon, wunderbar – das bekommt auch David Abraham zu spüren, dessen Vertrag ausläuft. Adiós y gracias, David!

20.07 Uhr: Achtung jetzt! Schon bevor Bernhard Heusler die nächste Verabschiedung wirklich ankündigen kann, steigt der Lärmpegel im „Joggeli“ in die sehr hohen Sphären. 11 Saisons, 13 Titel und ein Kämpfer vor dem Herrn – das ist Scott Chipperfield. Die Menschen lieben ihn. Dasselbe gilt natürlich für den nächsten, der verabschiedet wird. "Er ist der würdige Nachfolger von Karli Odermatt“, sagt FCB-Präsident Bernhard Heusler über die abtretende Identifikationsfigur Beni Huggel. Der Münchensteiner ist seit 1998 beim FCB – mit zweijährigem Frankfurt-Unterbruch –, läuft zum U2-Song „Beautiful Day“ von U2 ein und wird frenetisch gefeiert, auch von seinen eigenen Mitspielern. Es geht heute Abend tatsächlich eine Ära zu Ende im St. Jakob-Park, so viele Emotionen waren noch nie da VOR einem Spiel.

20.17 Uhr: Mit kleiner Verspätung pfeift Schiedsrichter Stephan Studer die Partie zwischen dem FC Basel 1893 und dem BSC Young Boys an.

20.22 Uhr: Der erste Schuss aufs Tor von YB kommt von Jacques Zoua, Torhüter Wölfli lenkt den Ball ins Out ab. Corner.

20.33 Uhr: Shaqiri ist der nächste, der den Ball aufs Berner Tor bringt – dieser Versuch geht knapp am Gehäuse vorbei, genauso wie Alex Freis Kopfball kurz darauf. Zweimal knapp.

20.38 Uhr: YB kommt mit seiner ersten richtigen Chance zum 1:0. Moreno Costanzo erzielt volley aus rund 14 Metern den Führungstreffer nach einem sehenswerten Doppelpass mit Joshua Simpson.

20.51 Uhr: Der Ausgleich für den FCB! Xherdan Shaqiri zieht in seiner unnachahmlichen Art von rechts her in die Mitte, täuscht ein, zweimal einen Schuss an und trifft dann aus rund 20 Metern platziert in die untere rechte Ecke. Es steht 1:1 im Joggeli.

20.56 Uhr: Alex Frei trifft herrlich ins YB-Tor, aber der Linienrichter hat die Fahne oben. Knapp zu recht.

20.59 Uhr: „Und alles nur, well mir di liebe …“, singen die FCB-Fans in der Muttenzerkurve. Ihre Zuneigung gilt selbstverständlich Heiko Vogels Mannschaft.

21.00 Uhr: Eine sehr unschöne Szene im linken YB-Mittelfeld: Im fairen Zweikampf mit Markus Steinhöfer verletzt sich Joshua Simpson schwer am Fuss und muss vom Feld getragen werden. Der FCB wünscht gute Besserung!

21.13 Uhr: In der Halbzeitpause wird ein weiteres FCB-Meisterteam geehrt – es ist die U18-Mannschaft von Trainer Remo Gaugler. Herzliche Gratulation!

21.36 Uhr: So lieben die Fans David Abraham. Er läuft Offensivspieler Vitkieviez ab, geht zu Boden und holt dem YB-Spieler hart aber fair den Ball von den Füssen.

21.45 Uhr: Kurzer „Schreckmoment“ für den FCB, als der eingewechselte Matias Vitkieviez davonzieht und den Pfosten trifft.

21.48 Uhr: Beni Huggel tritt von einer ganz grossen Bühne ab. „DANGGE BENI“ steht auf einem Transparent der Muttenzerkurve. Hühnerhaut pur.

21.55 Uhr: YB erzielt das 2:1, nach einem fragwürdigen Penalty von Costanzo (Sommer soll Martinez gefoult haben) trifft Vitkieviez im Nachschuss, nachdem der FCB-Keeper auch diesen Elfmeter gehalten hat…

21.58 Uhr: Zehn Minuten nach Huggels Abgang kommt der grosse Auftritt von Scott Chipperfield. Der Schweiz-Australier wird unter riesigem Applaus eingewechselt, übernimmt die Captain-Binde von Alex Frei und erzielt Minuten später tatsächlich beinahe den Ausgleich für den FCB – doch Wölfli pariert in extremis. Meine Güte, das wäre ein Ding gewesen.

22.12 Uhr: Der Schiedsrichter pfeift ab, es bleibt beim 1:2 aus Sicht des FCB. Schade, aber durchaus verkraftbar nach einer solchen Saison, die man in Basel nicht so schnell vergessen wird. Auch wenn ein Sieg im letzten Spiel natürlich gut gepasst hätte zu einem derart emotionalen Abend…

Das Telegramm:

FC Basel 1893–BSC Young Boys 1:2 (1:1)
St. Jakob-Park. – 36‘000 Zuschauer (ausverkauft). – SR Stephan Studer.
Tore: 19. Costanzo 0:1 (Simpson). 33. Shaqiri 1:1 (Steinhöfer). 80. Vitkieviez 1:2.

FC Basel: Sommer; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Park; Shaqiri (61. Yapi), Huggel (73. Fabian Frei), Granit Xhaka, Stocker; Zoua, Alex Frei (83. Chipperfield).

Young Boys: Wölfli; Zverotic, Ojala, Veskovac, Lecjaks; Nuzzolo, Farnerud (91. Bürki), Costanzo, Simpson (43. Vitkieviez); Martinez, Mayuka.

Bemerkungen: FCB ohne Voser, Ajeti, Jevtic (alle verletzt) und Kusunga (alle gesperrt). YB ohne Spycher, Bobadilla, Doubai (alle gesperrt), Ben Khalifa, Nef und Raimondi (alle verletzt). – Verwarnungen: 21. G. Xhaka (Foul). 23. Simpson (Foul).

22.24 Uhr: Liga-Präsident Heinrich Schifferle übergibt FCB-Captain Marco Streller den Meisterpokal – der dritte in Serie, den der FC Basel 1893 gewinnt! Nach einer kurzen Beruhigungsphase, die nach dem Schlusspfiff im St. Jakob-Park eingesetzt hatte, toben die Fans jetzt wieder – hier ist er, der Pokal!!! Diese fantastische FCB-Mannschaft, welche in dieser Saison Hervorragendes geleistet hat, steht nun auf der Meisterbühne unter dem Goldregen.

22.28 Uhr: Die Kinder von FCB-Spieler bringen auf einem kleinen Wagen den Cup-Pokal, den der FCB vor einer Woche in Bern gewonnen hat, ins Stadion. Und Baschi singt über die Lautsprecher „Chum bring en hei zu mir…“

22.30 Uhr: Der Schweizer Meister und Cupsieger macht sich mit zwei Pokalen auf die ausgiebige Ehrenrunde durch das ganze Stadion. Von allen Sektoren werden die Helden von ihren Fans gefeiert – und bleiben am Ende naturgemäss vor der Muttenzerkurve hängen, wo gesungen wird: „Das, isch unsere FCB, das isch unsere FCB, …“ Oder „Einsnull, zweinull, dreinull, viernull, Scott, Scott, Chipperfield, …“. Oder natürlich „Beni Huuuuggel, Beni Huuuuggel, Beni Huggel Beni Huggel Beni Huuuugel, …“. Oder "Shaqiri ole, Shaqiri ole, Shaqiri ole, ole ole". Oder "Dasch emol e Gool, dasch emol e Gool, dasch emol e Gool, dasch emol e Gool, ..." Oder "Dr Steini isch e Glatte, dr Steini isch e Glatte, dr Steini schiesst dr Ball an d'Latte, ..." Und so weiter und so fort.

22.54 Uhr: Beni Huggel steht mit dem Meisterpokal unter dem Arm vor der Muttenzerkurve und gibt über seine Gefühlslage Auskunft: „Es ist etwas Wunderbares, das ich heute Abend erleben durfte. Ich freue mich und bin stolz auf die Mannschaft, dass wir diese beiden Pokale gewonnen haben – und diesmal sind wir nicht erst in der Finalissima Meister geworden, sonder schon viel früher – das ist beeindruckend. Ich habe keinen Grund, traurig zu sein. Ich konnte mich auf den Abschied vorbereiten, bin gesund und kann auf einem Höhepunkt abtreten – was gibt es Besseres? Natürlich war es emotional und natürlich hatte ich Tränen in den Augen. Ich war hier jahrelang mit Menschen zusammen, die ich gern hatte und die mir viel bedeuteten. Jetzt kommen lange Ferien, und dann beginnt im August eine neue Herausforderung für mich.“

23.05 Uhr: Heiko Vogel, der den FCB in den Champions-League-Achtelfinal und zum Schweizer Double geführt hat, sitzt jetzt an der offiziellen Meister-Pressekonferenz und versucht, das Erlebte in Worte zu fassen: „Man konnte heute Abend einfach die Bilder sprechen lassen. Wir haben eine grandiose Saison erlebt. Am Ende war es nicht mehr so einfach, die Spannung hoch zu halten – bis zum Cupfinal ist uns das sehr gut gelungen. Heute sind wir mit zwei Titeln für die gesamte Saison belohnt worden, aber nicht für das Spiel gegen YB. Ich wünsche allen meinen Spielern schon jetzt alles Gute – und diejenigen, die ich nicht mehr im Training begrüssen kann, werde ich weiterhin ganz genau auf ihrem Weg verfolgen. Ein Wort noch zu YB’s Joshua Simpson, der sich verletzt hat: Ich wünsche ihm im Namen des gesamten FCB von Herzen gute Besserung und hoffe, dass er bald wieder zurück ist. Nun freue ich mich, mit meiner Mannschaft auf den Barfi zu unseren fantastischen Fans zu gehen.“

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