


Der FC Basel 1893 steht in den nationalen Wettbewerben vor einer besonderen Phase: Bis Ende April wird er kein Heimspiel mehr austragen, sondern in Thun, Lausanne, Luzern, Winterthur und Sion fünfmal hintereinander auswärts antreten. Darüber sowie über die lange Ungeschlagenheit in Meisterschaft und Cup, über die gute Stimmung in der Mannschaft und über die Champions League ohne FCB sprach Aussenverteidiger Markus Steinhöfer am Dienstagmorgen vor dem Training im Interview mit fcb.ch.
Markus Steinhöfer ist einer der „Vielspieler“ beim FC Basel 1893. Mehr als seine 1962 Einsatzminuten in 22 Meisterschaftsspielen können nur Torhüter Yann Sommer (2070/23) und Captain Marco Streller (2032/24) vorweisen. Auf eine weitere Statistik kann der 26-jähige Verteidiger ebenfalls stolz sein: Gemeinsam mit Alex Frei belegt er in der Super-League-Rangliste der Assistgeber mit 8 entscheidenden Zuspielen den 2. Platz, vor den beiden ist nur noch Marco Streller (10) platziert. Steinhöfer wechselte im Januar 2011 von der Frankfurter Eintracht zum FCB, seine vorherigen Stationen waren Kaiserslautern, Red Bull Salzburg und die zweite Mannschaft des FC Bayern München.
Markus Steinhöfer, was gibt es aus der aktuellen FCB-Trainingswoche zu berichten?
Markus Steinhöfer: Es ist alles in Ordnung, die Stimmung passt sich dem tollen Wetter an und alle sind gut drauf. Im Moment haben wir wieder mal mehrheitlich einen Wochenrhythmus, was in der Hinrunde mit den vielen englischen Wochen etwas anders war. Das macht allerdings nichts, ich bin sicher, dass wir gut damit umgehen können – im letzten Jahr haben wir das in der zweiten Saisonhälfte auch gut hinbekommen. Und es sieht ja im Moment in der Liga auch ganz ordentlich aus für uns.
Diese Woche wurden die ersten Champions-League-Viertelfinals ausgetragen. Denkt man da als FCB-Spieler beim Zuschauen nochmals kurz daran, was gewesen wäre wenn…?
Nein, eigentlich nicht, man darf sich damit jetzt nicht mehr zu stark beschäftigen. Es war ja für alle Beteiligten eine wunderbare Zeit und ein grossartiges Erlebnis, den Achtelfinal der Champions League zu erreichen, obschon das Ende natürlich etwas bitter war mit dem Spiel in München. Aber die anderen sieben Partien dürfen wir uns nicht schlechtreden lassen, deswegen müssen wir jetzt auch nichts bereuen. Wir sind im letzten Spiel verdientermassen ausgeschieden, waren aber insgesamt mit dieser tollen Kampagne sicherlich alle sehr gut bedient. Trotzdem können wir uns für die kommende Saison nochmals steigern, um dann hoffentlich den nächsten Schritt zu schaffen.
In der Meisterschaft habt ihr seit August 2011 nicht mehr verloren. Wie wirkt sich diese doch ungewöhnliche Tatsache auf die Mannschaft aus?
Ehrlich gesagt machen wir uns keine grossen Gedanken darüber, dass wir eine solch lange Serie der Ungeschlagenheit vorweisen können. Klar, jeder Spieler weiss es, aber es ist nicht ein Thema in der Mannschaft, über das wir regelmässig sprechen. Wir gehen einfach mit dem unbedingten Willen in jedes Spiel, es zu gewinnen. Deshalb wollen wir natürlich automatisch versuchen, unsere Ungeschlagenheit so lange wie möglich zu halten.
Was sind denn Deiner Meinung nach die wichtigsten Gründe für den sehr erfolgreichen Verlauf der Meisterschaft?
Da spielt vieles mit rein. Zum einen ist da unser grossartiger Teamgeist, der uns auszeichnet und der uns sowohl in der Champions League als auch in der Liga weit getragen hat. Der ist immer zu spüren und zu sehen, das ist ganz wichtig. Und dann ist da sicherlich die Qualität unserer Mannschaft – wenn die nicht in diesem Ausmass vorhanden wäre, hätten wir sicher nicht so lange ungeschlagen bleiben können. Hinzu kommt, dass uns der Trainer immer wieder gut, detailliert und individuell auf den jeweiligen Gegner einstellt. Die Kombination dieser verschiedenen Gründe macht uns in der Liga zu einem schwer zu schlagenden Team.
Besteht zwischendurch aufgrund des momentan grossen Vorsprungs in der Super-League-Tabelle die Gefahr des Nachlassens?
Nein, das denke ich nicht. Das Spiel gegen Servette am vergangenen Samstag war sehr wichtig für uns. Wir wussten, dass wir da ein Ausrufezeichen setzen können – dass wir dann mit 5:0 gewonnen haben zeigt, dass es keine Spur von Nachlassen gibt. Unser Trainerteam sorgt dafür, dass wir uns immer nur auf das nächste Spiel konzentrieren und dass sich kein Schlendrian einschleicht. Zudem sind wir Spieler selbst auch Profis genug um den Anspruch zu haben, nicht zu verlieren. Und dafür muss man arbeiten und fokussiert bleiben.
Der Fokus ist ab jetzt vorübergehend nur noch auf Auswärtsspiele gerichtet. Fünfmal in Serie tretet ihr in fremden Stadien an – hast Du das schon mal erlebt?
Da kann ich mich nicht dran erinnern, nein. Fünfmal hintereinander auswärts zu spielen ist schon speziell, das stimmt. Aber Sorgen mache ich mir deswegen keine, wir waren ja bisher auf fremden Plätzen auch nicht unbedingt schwach. Natürlich ist es schöner, zuhause vor unseren tollen Fans im St. Jakob-Park aufzulaufen. Aber wir nehmen es wie es ist, die fünf Auswärtsspiele sollten für uns keine grössere Hürde sein. Wir verbringen in den nächsten Wochen einfach ein bisschen mehr Zeit im Mannschaftsbus und freuen uns aufs nächste Heimspiel Ende April gegen Lausanne.
Markus Steinhöfer ist mit acht Assists einer der besten Tor-Vorbereiter der Super League.
Und er ist einer der "Vielspieler" des FCB - nur Sommer und Streller hatten mehr Einsatzzeit.