


Wenn man den Basler Erfolg in dieser Saison an einer Person festmachen würde, wer würde sich am besten dazu eignen?
Kandidaten gibt es zuhauf. Fangen wir ganz oben an, könnte man den bescheidenen und cleveren Präsidenten Bernhard Heusler, der den Verein mit wirtschaftlichem Erfolg und doch grosser Empathie führt, nennen.
Oder Sportkoordinator Georg Heitz, der im Hintergrund an den Transferfronten wirkt, Millionen herausholt und sich doch von keinem europäischen Grossklub unter Druck setzen lässt.
Auch Trainer Heiko Vogel, der seit seinem Amtsantritt im Winter den FCB sogar noch besser gemacht hat und drauf und dran ist, in seiner ersten Saison gleich das Double zu holen, wäre geeignet.
Ebenso sind Marco Streller oder Alex Frei gute Kandidaten: Sie stehen nicht nur für Tore und Assists am Laufmeter, sondern identifizieren sich voll und ganz mit dem Klub und der Region.
Die spannendste Figur der FCB-Meistersaison ist aber der kleinste Mann im Kader der Profimannschaft: Xherdan Shaqiri. Der Jungspund steht wie kein Zweiter für das, was den ganzen Verein in der Erfolgssaison 2011/12 auszeichnet: Klasse, Selbstbewusstsein, Demut, Erfolgsbesessenheit und Fairness.
Auf den ersten Blick könnte man meinen, diese Tugenden würden sich gegenseitig ausschliessen. Shaqiri ist der beste Beweis, dass dem nicht so ist.
Trotz seines persönlichen und mannschaftlichen Erfolges blieb er stets nahbar. ''XS'' war nie ein Egoist, sondern ein Teamplayer, im Spiel und in den Trainings. Er sprach erst über Bayern, als der Wechsel perfekt war - womit keine Unruhe entstand. Er zeigte auch dann gute Leistungen, als die Meisterschaft schon lange entschieden war. Und er wollte gewinnen - aber nie mit unlauteren Mitteln, Schauspieleinlagen oder Psycho-Tricks.
''Shaq'' ist ein perfektes Symbol jenes Vereins, der sich schon zum dritten Mal in Folge als Nummer 1 im Land feiern lassen darf.
In wenigen Wochen wird Shaqiri nicht mehr in Rot-Blau, sondern nur noch in Rot (oder Weiss) auflaufen - jeweils für Bayern München oder die Nationalmannschaft.
Vielleicht kommt dabei bei manchem FCB-Fan etwas Wehmut auf. Denn: Shaqiri ist ein Kind des FCB und prägte diesen doch auch selbst. In beiden Richtungen kann man von einer einzigen Erfolgsgeschichte sprechen.
Von Mathias Germann