Basel-Lausanne 2:0: Der FCB erfüllt die Pflicht
35‘171 Zuschauer sahen am Donnerstag, 16. Mai 2013, den FC Basel 1893 gegen den FC Lausanne-Sport mit 2:0 (1:0) gewinnen. Der FCB erspielte sich schon in den Startminuten einige gute Chancen, musste sich aber bis zur 20. Minute gedulden, ehe Fabian Frei zum ersten Mal traf an diesem Abend. Er verwertete dabei eine Freistossflanke Valentin Stockers direkt mit dem Fuss. Lausanne trat sehr defensiv auf und kam in der ersten Hälfte zu wenigen Chancen. Pech hatten die Gäste, als Yannis Tafers Treffer in der 29. Minute zu Unrecht wegen Abseits aberkannt wurde. Mit dem 2:0 sorgte dann Fabian Frei in der 60. Minute für eine Entscheidung, er traf erneut auf Vorlage Stockers. Noch vor der Pause hatte Marco Streller die Erhöhung der Führung per Elfmeter verpasst. Über die gesamte Spielzeit gesehen ist der Sieg des FCB mehr als verdient, tat er doch während 90 Minuten mehr für das Spiel. Am nächsten Montag trifft der FCB im Cupfinal, in Bern, auf die Grasshoppers (16.00 Uhr Stade de Suisse, live SRF 2).
Sechs Punkte aus den beiden Heimspielen gegen Servette und Lausanne hatte Murat Yakin gefordert, und sechs Punkte konnte der FCB mit zwei 2:0-Erfolgen auch einfahren. Bereits in den Starminuten machte der FCB Druck auf die Lausanner, die zu Beginn gleich mit fünf Verteidigern spielten. Auch Murat Yakin sah „einen sehr defensiv orientierten Gegner“. Nach dem Führungstreffer von Fabian Frei in der 20. Minute suchten aber auch die Gäste ihr Glück kurz in der Offensive, fanden es aber nicht – im Gegenteil. Ein korrekter Treffer Yannis Tafers (29.) annullierte Schiedsrichter Sascha Amhof wegen angeblichem Abseits. Viel mehr brachten die Waadtländer aber vor dem Tor Yann Sommers nicht zustande.
Besonders in der zweiten Hälfte spielte eigentlich nur eine Mannschaft, nämlich der FCB. Und nachdem Frei, in der 60. Minute erneut eine Vorlage Stockers zum 2:0 nutzte, gab es wohl nicht mehr viele, die ihr Geld auf einen Punktgewinn der Lausanner gesetzt hätten. Zu Recht, denn nicht einmal die Gäste schienen noch daran zu glauben. Auch Lausanne-Trainer Laurent Roussey anerkannte die spielerische und technische Überlegenheit des FCB, merkte aber nicht ganz zu Unrecht an: „Es ist schade, dass das Schiedsrichter-Trio mit seinen Entscheidungen in das Spielgeschehen eingegriffen hat.“ Er bezog sich dabei wohl auf das aberkannte Tor Tafers, sowie die knappe Entscheidung bei Freis 1:0, der Basler startete bei seinem Treffer wohl ganz knapp aus einer Abseitsposition. Bestimmt hatten diese Entscheide Einfluss auf das Spiel, auf die Verteilung der Punkte wohl aber weniger. Zu klar war die Rollenverteilung auf dem Feld.
Die Gratisticket-Aktion war ein Erfolg
Die 35‘171 Zuschauer, die an diesem Abend den Weg in den St. Jakob-Park gefunden hatten, kamen also auf ihre Kosten. Das Stadion war nicht ganz gefüllt, da im Gästesektor einige Plätze leer geblieben waren. Die Gratisticket-Aktion hatte sich aber ausbezahlt für den FCB, der beinahe vor vollem Haus gespielt hatte, sowie für die Zuschauer, die einen weiteren Sieg der Rotblauen bejubeln durften. Erfreut war auch Yakin nach dem Spiel: „Es hat mit gefallen, wie wir begonnen haben. Wir haben drei wichtige Punkte gewonnen, ich bin absolut zufrieden. Einzig in der Präzision könnten wir uns noch verbessern.“ Er meinte dabei bestimmt nicht explizit Marco Streller, doch dem FCB-Captain schien an diesem Abend wirklich ein wenig das Pech am Schuh zu kleben: Zuerst traf er mit seinem ersten Abschluss nur den Pfosten, seinen Handselfmeter kurz vor der Pause sah er von Anthony Faivre abgewehrt. Streller dürfte es aufgrund des dreifachen Punktgewinns verkraften. Valentin Stocker dagegen scheint momentan alles zu gelingen. Wie schon beim Heimspiel gegen Servette konnte der Basler Mittelfeldspieler zwei Scorerpunkte für sich verbuchen; er bereitete beide Tore Fabian Freis vor und bestätigte damit seine gute Form.
Yakin freute sich nach dem Spiel einerseits über die gewonnenen Punkte, andererseits über die Form seiner Mannschaft im Allgemeinen: „Die Mannschaft ist gut drauf, die Aufgabenverteilung stimmt. Jetzt ist es wichtig, dass wir uns gut erholen und vorbereiten auf die kommenden zwei Spiele gegen GC, die wie zwei Cupspiele für uns sind.“ Dabei betonte er das Zwei, denn das erste Aufeinandertreffen ist ja wirklich ein Cupspiel. Am Montag trifft der FCB im Final des Cupwettbewerbs auf die Zürcher und am Sonntag darauf in der Meisterschaft, wo er dann mit einem Sieg, GC entscheidend distanzieren könnte. Es folgen nun also spannende Wochen, in denen der FCB den Lohn einfahren könnte für eine bisher grossartige Saison.
(Caspar Marti)
Das Telegramm:
FC Basel 1893 – FC Lausanne-Sport 2:0 (1:0)
St. Jakob-Park. – 35‘171 Zuschauer. – SR Sascha Amhof.
Tore: 20. Frei 1:0 (Stocker). 60. Frei 2:0 (Stocker).
Basel: Sommer; Steinhöfer, Schär, Dragovic, Voser; Frei; Salah, Elneny, Serey Die (69. Diaz), Stocker (75. Philipp Degen); Streller (81. Bobadilla).
Lausanne: Favre; Chakhsi, Meoli, Sonnerat,Sanogo, Facchinetti; Malonga (66. Kamber), Marazzi, Martin, Avanzini (22. Moussilou); Tafer.
Bemerkungen : Basel komplett. Lausanne ohne Gabri, Guie-Guie, Khelafi, Lavanchy (alle verletzt) u nd Katz (gesperrt). Ersatzbank Basel: Bobadilla, Cabral, David Degen, Philipp Degen, Diaz, Sauro und Valati. Restliche Spieler ohne Aufgebot. – Verwarnungen: 47. Sanogo (gefährliches Spiel) – 5. Pfostenschuss Streller. – 42. Streller verschiesst Handelfmeter.